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Mit Altausrüstung in die vierte industrielle Revolution!

Stafford (btn/Gastbeitrag von EU Automation) – Es ist sehr unwahrscheinlich, dass Sie in Ihrem heutigen Alltag ein technisches Gerät von vor 100 Jahren verwenden, wie zum Beispiel eine Schreibmaschine oder ein Grammophon. Allerdings hat es eine Stadt in Kalifornien in die Schlagzeilen geschafft, indem sie genau das gemacht haben. Könnte das Festhalten an älteren Technologien auch für Hersteller interessant sein? In diesem Artikel bespricht Jonathan Wilkins, Leiter von EU Automation, dem Zulieferer für obsolete Industriebauteile, wie neue Technologien auch ältere Ausrüstungen in die vierte industrielle Revolution bringen können.

Das Centennial Light (dt. das hundertjährige Licht) in Livermore, Kalifornien, wurde erstmals im Jahr 1901 eingeschaltet und hält nun einen Guinness Weltrekord als die am längsten leuchtende Glühlampe.

Auch wenn Hersteller wohl kaum Ausrüstung verwenden, die mehr als 100 Jahre alt ist, arbeiten die meisten Produktionseinrichtungen mit Altgeräten. Diese Altausrüstung wurde für möglichst lange Haltbarkeit konzipiert. Daher nutzen viele Hersteller immer noch Maschinen, die 20 bis 30 Jahre alt sind, obwohl sie nicht mehr vom Erstausrüster (OEM) hergestellt werden.

Altausrüstung ist nach wie vor für die Produktion von entscheidender Bedeutung. Allerdings steht sie der Realisierung von Industrie 4.0 mitunter im Wege und verhindert, dass die Hersteller wettbewerbsfähig bleiben. Doch es ist ein weit verbreiteter Irrtum, dass Hersteller neue und teure Ausrüstung kaufen müssen, um die Fabrik der Zukunft aufzubauen. Anstatt Neuausrüstung zu kaufen, sollten Hersteller überlegen, wie Sie ihre Altgeräte modernisieren und für die Industrie 4.0 fit machen können.

Kommunizierende Ausrüstung

M2M-Kommunikation (Machine-to-Machine) ist eine der wichtigsten Methoden, mit denen Hersteller Industrie 4.0 verwirklichen können. Mittels neuerer Ausrüstung kann über das industrielle Internet der Dinge (IIoT) eine Verbindung hergestellt werden, um diese Kommunikation zu ermöglichen. Dies kann dazu beitragen, die Produktion zu rationalisieren. Hersteller werden möglicherweise feststellen, dass ihre Altausrüstung nicht über die Fähigkeit zur Kommunikation mit anderen Maschinen verfügt, was es für Hersteller schwierig macht, die Arbeitsabläufe zu aktualisieren.

Um dies zu verhindern, hat Red Lion die Data Station Plus auf den Markt gebracht. Dieses Gerät ermöglicht nicht nur die Kommunikation, sondern versetzt die Hersteller auch in die Lage, all ihre Daten zu sammeln und zu verwalten. Es schließt die Lücke zwischen ungleichen seriellen, Ethernet- und Feldbus-Geräten, um Informationen von speicherprogrammierbaren Steuerungen (SPS), Antrieben, Bewegungssteuerungen und anderen Einrichtungen nutzbar zu machen.

Mit diesem Gerät können Hersteller praktisch in jede Maschine investieren, ob neue, überholte oder obsolete Maschinen, und von jedem OEM. Und dabei brachen sie sich keine Gedanken darum zu machen, ob die Maschine in die bestehende Anlage integriert werden kann.

Intelligenter arbeiten

Die Grundlagen der Motortechnologie haben sich in den letzten 100 Jahren nicht geändert, sodass Hersteller nur selten in neuere Modelle investieren müssen. Bei Motoren handelt es sich bekanntermaßen um eine einfache Technologie, sodass viele Hersteller vielleicht annehmen, dass ihre Motoren für immer „wie geschmiert“ laufen werden. Motoren gehören jedoch auch zu den Ausrüstungsteilen in der Fabrikhalle, die am meisten Energie verbrauchen. Also müssen sie so effizient wie möglich laufen.

Um eine prädiktive Instandhaltung der Motoren zu ermöglichen, können Hersteller diese mit dem ABB Ability Smart Sensor ausstatten. Dadurch werden die Motoren zu intelligenten, drahtlos verbundenen Geräten, die Informationen über Vibrationen, Temperaturen und andere Parameter liefern. Instandhaltungstechniker können diese Informationen verwenden, um die Instandhaltungsmaßnahmen entsprechend dem jeweiligen Maschinenzustand zu planen, anstatt sie in regelmäßigen Abständen durchführen. Dadurch können die Instandhaltungsmaßnahmen auf das notwendige Maß beschränkt und teure Ausfallzeiten vermieden werden.

Orange ist das neue Schwarz

Für Hersteller kann es schwierig sein, Daten von Altgeräten abzurufen, weil seinerzeit, bei deren Herstellung, die Anforderungen der Industrie 4.0 nicht berücksichtigt wurden. Allerdings haben Hersteller die Möglichkeit, ihre Altausrüstung nachzurüsten und auf den neuesten Stand zu bringen. Auf diese Weise können sie den Austausch ihres gesamten Systems vermeiden. Die Orange Box von B&R kann beispielsweise Maschinendaten von älteren Geräte auslesen, ohne dass Änderungen an Hardware oder Software erforderlich wären. Auf der Grundlage der so erhaltenen Leistungsmetriken können die Hersteller feststellen, welche Dinge geändert werden müssen, um die Instandhaltung zu optimieren, die Gesamtanlageneffektivität (OEE) zu steigern und die Effizienz entlang der Produktionslinie zu verbessern.

Mit diesen Technologien können Hersteller die Ausrüstung optimieren, die sie bereits in der Fabrik installiert haben, und so Industrie 4.0 realisieren. Damit haben Instandhaltungstechniker Zugang zu mehr Informationen über den Maschinenzustand und zur Effizienz, und können darauf basierend ein Programm zur vorbeugenden Instandhaltung implementieren, um etwaige Störungen und Ausfälle zu antizipieren. Dann können sie über einen Zulieferer für obsolete Industriebauteile die notwendigen Ersatzteile beschaffen und die Altausrüstung instandsetzen, bevor die Produktion beeinträchtigt wird.

Auch wenn man in den heutigen Fabriken keine 100 Jahre alte Ausrüstung finden wird, können veraltete Technologien aus den letzten Jahrzehnten sehr wohl eine große Rolle in der Industrie 4.0 spielen. Hersteller sollten in Ausrüstung investieren, mit der ältere Geräte in intelligente und kommunikationsfähige Geräte verwandelt werden können.

 

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Carsten Baumann
Carsten Baumann
Carsten Baumann ist seit März 2016 als Co-Publisher und Ressortleiter bei Business.today Network tätig.
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